Wenn zwei sich streiten - freut sich BMW
Formel 1
/ Bodo Braunmühl / 05 April 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Nach dem Debakel von Ferrari zum Auftakt der Saison, wurde beim zweiten Rennen in Malaysia zumindest Weltmeister Räikkönen seiner Favoritenrolle gerecht. Wenn in der Formel1 dieser Tage eines berechenbar scheint, dann ist es die Unberechenbarkeit. Gute Voraussetzungen also für spannende Rennen in Bahrain (6. April) und Spanien (27. April).
In der Vorbereitung der Saison fuhr Weltmeister Kimi Räikkönen so bärenstark, dass der Sieger des Saisonauftaktes schon festzustehen schien. Experten unkten bereits über eine totale Ferrari-Dominanz, die für langweilige Rennen sorgen könnte. Bei den Prognosen für den Formel-1-Weltmeister 2008 ging es nur darum, wie viel Vorsprung die roten Flitzer auf die Konkurrenz wohl herausfahren werden. Doch beim Saisonauftakt in Australien kam dann erst einmal alles anders: Räikkönen und Teamkollege Massa sahen nicht einmal die Zielflagge.
Aus deutscher Sicht lieferten die beiden Auftaktrennen eine weitere positive Erkenntnis: Die vertraute Dominanz von Ferrari und McLaren könnte sich zu einem spannenden Dreikampf entwickeln, denn BMW fuhr jeweils auf den zweiten Platz (erst Heidfeld, dann Kubica). Entsprechend erfreulich ist der Zwischenstand in der Konstrukteurswertung: BMW liegt vor Ferrari auf dem 2. Platz und Nick Heidfeld konnte exakt so viele Punkte sammeln, wie Weltmeister Räikkönen. Sicher, die Saison ist noch jung und man sollte diese Resultate nicht überbewerten. Anderseits war BMW schon in der letzten Saison das Team mit der größten Konstanz und fuhr regelmäßig auf die Plätze 3 und 4. Wenn sich das Team, und so sieht es aus, zum Vorjahr steigern kann, dann scheint nichts unmöglich. Allein die Frontpartie des neuen BMW-Sauber sieht so imposant aus, dass man den Boliden noch einiges zutrauen mag.
"Dieses Jahr schaffen wir einen Sieg", glaubt jedenfalls BMW-Pilot Nick Heidfeld. Wenn man sich den Saisonauftakt anschaut, könnte diese Prognose schon als Tiefstapelei anmuten. So oder so hätte ein Grand Prix-Sieg Heidfelds historische Dimensionen: Er wäre der erste deutsche Fahrer in der Formel 1, der mit einer deutschen Marke und einem deutschen Motor gewänne. Und die anderen Deutschen? Von den fünf deutschen Piloten kann man neben Heidfeld nur Williams-Pilot Nico Rosberg noch zutrauen, zumindest gelegentlich eine Stippvisite aufs Podium zu unternehmen. Sebastian Vettel im Toro Rosso, Timo Glock bei Toyota (der Rennstall, der mit geschätzten 400 Millionen Euro Etat einen weitaus größeren Aufwand betreibt als etwa Ferrari) und Adrian Sutil für Force India werden dagegen kaum eine Chance haben, mit Schampus aus den Möet-Dreiliterflaschen um sich zu spritzen.
Trotz der vielen Unberechenbarkeiten drängt sich eine Prognose auf: Nachdem in der Vorsaison der meiste Zünd- und Gesprächsstoff außerhalb der Piste produziert wurde (der unterhaltsame Kleinkrieg Hamilton vs Alonso und der unglaubliche McLaren-Spionageskandal), wird 2008 wieder der Kampf zwischen den Teams und das Geschehen auf der Piste im Blickpunkt stehen. Aber auch dort können ja Dinge geschehen, mit denen man heute so wenig rechnet, wie vor einem Jahr mit der 100-Millionen-Dollar-Strafe für die Silberpfeile. Fast könnte man darauf wetten. Natürlich online bei Betfair.