Warum Fernando Alonso die F1-Weltmeisterschaft NICHT gewinnen wird
Formel 1
/ Geisterfahrer / 10 November 2010 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt
Alonso ist immer dann am besten, wenn er nichts zu verlieren hat. Umgekehrt aber...
Der Betfair Geisterfahrer ist bekannt für seine eigene Perspektive, insbesondere auf der Rennstrecke. Hier erklärt er, warum Fernando Alonso, der Favorit im Ferrari, nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi nicht Champagner, sondern Tränen im Gesicht haben wird.
High Noon in der Formel1: In Abu Dhabi können am Sonntag theoretisch noch vier Männern (Alonso, Webber, Vettel und Hamilton) Weltmeister werden. Favorit mit einer Quote von ca. 2.0 ist Fernando Alonso. Doch ich glaube an einen Favoritensturz. Warum?
Das Finale verläuft selten ohne Zwischenfälle ...
Die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt, dass das finale Rennen alles andere als ein Spaziergang für die Männer ist, die als WM-Favoriten gehandelt wurden. 2007 überholte Kimi Räikkönen mit seinem Sieg in Brasilien sowohl Lewis Hamilton als auch Fernando Alonso in der Fahrerwertung. Das McLaren-Duo kam nur auf Platz sieben und drei und sie verloren noch den Sonnenplatz auf der Fahrerwertung, den sie seit August ununterbrochen innehatten. Das Finale 2008 war fast noch dramatischer: Hamilton schien wieder am letzten Tag alles zu verpfuschen, als es ihm in der letzten Kurve der letzten Runde doch noch gelang, Timo Glock zu überholen, sich so den fünften Platz in Brasilien zu sichern, und Felipe Massa den sicher geglaubten Titel mit nur einem Punkt Vorsprung abzujagen.
Red Bull hat das schnellere Auto
Während der ganzen Saison hat Red Bull eindrucksvoll bewiesen, dass sie das schnellste Auto haben, zurecht gewinnen sie auch die Konstrukteurs-WM. Wäre da nicht die Tatsache, dass Mark Webber und insbesondere Sebastian Vettel gerne mal eine Führung am Start oder aus zu großem Wagemut wiederhergeben, hätte Alonso sowieso keine Titelchance gehabt. Die beiden Red Bull Fahrer waren manchmal zu sehr mit sich selbst beschäftigt mit ihrem Gezänk. Doch mit ihren Red Bulls sind sie technisch eine Liga für sich, hinter ihnen klafft eine große Lücke zur Konkurrenz, wie sie mit ihren Doppelsiegen in Japan und Brasilien wieder bewiesen haben. Vettel und Webber werden auch die beiden Spitzenreiter in Abu Dhabi sein, davon gehe ich aus. Webber muss acht Punkte auf Alonso aufholen, Vettel 15. Alonso kann mit einem zweiten Platz in Abu Dhabi seinen dritten Titelgewinn perfekt machen. Das bedeutet aber, dass er mindestens einen Red Bull hinter sich lassen muss.
Alonso hat schon letztes Jahr in Abu Dhabi versagt...
Der zweifache Weltmeister zeigte ein miserables Rennen beim ersten Abu Dhabi Grand Prix im vergangenen November. Beim Qualifying ein düsterer Platz 16 von 20 und eine ähnlich enttäuschende Leistung im Rennen (14. Platz). Im Gegensatz dazu die drei Männer, die in der Lage sind, ihn in Abu Dhabi zu schlagen: Das Red Bull-Duo sicherte fuhr einen Doppelsieg ein, nur ein Problem mit den Bremsen zwang Hamilton zur Aufgabe.
...und Alonso hat eine miese Bilanz am finalen Renntag
Alonso hat das letzte Rennen der Saison nur einmal in seiner Formel 1-Karriere gewonnen, im Jahr 2005, als er in seinem Renault in der Fahrerwertung bereits nicht mehr einzuholen war. Seitdem hat er zweimal am letzten Renntag um den Titel gekämpft, ohne die Zielflagge zu sehen.
Webber kann auf Helfer zählen
Vettel (15 Punkte Rückstand auf Alonso) kann die WM nur gewinnen, wenn Alonso höchstens auf den fünften Platz kommt (für Platz 1 gibt es 25 Punkte, für Platz 5 zehn Punkte, bei Punkltegleichheit wäre Vettel Weltmeister). In einem anderen Fall würde er Webber in der letzten Runde sicher an ihm vorbeiziehen lassen, damit der Australier zum Champion gekrönt wird. Vettel und Webber sind weit davon entfernt, beste Freunde zu sein, aber in diesem Szenario würde Vettel seinem Teamkollegen mit Sicherheit helfen, dies hat er auch schon durchblicken lassen.
Die aktuellen Quoten:
Alonso @ 2.06
Webber @ 2.6
Vettel @ 8.2
Hamilton @ 70